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Gotthold Ephraim Lessing

Die Juden

Lustspiel von 1749

Reisen ist gefährlich! Auch in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Mordlüsterne Gesellen lauern einem Baron auf, wollen ihn ausrauben, vermutlich gar ermorden. Nur das Eingreifen eines Fremden schützt den Baron vor den Wegelagerern. Der Tat selbstverständlich verdächtig: die Juden.
Der Fremde wird zum Dank für seine Heldentat aufs Schloß geladen. Dort aber wird er mit Vorurteilen über Juden konfrontiert und gerät dabei immer mehr in die Defensive. Denn: er ist selbst Jude. Unbeholfen lenkt er schließlich den Verdacht auf die wirklichen Täter: die Diener des Barons.

Lessing schrieb seine Komödie "Die Juden" bereits lange vor dem ungleich bekannteren "Nathan". Das Werk entstand 1749 in Berlin, als der Dichter gerade 20 Jahre alt war: keine altersweise Parabel, sondern ein effektvolles Theaterstück, ein "Lustspiel", das auf unterhaltsame Art die noch heute aktuelle Frage nach Vorurteilen und Toleranz sehr eindringlich stellt.

Nach den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts mutet diese Vorgehensweise geradezu naiv an. Dennoch vermag uns das Stück heute einen Einblick zu vermitteln in die Denkweise des 18. Jahrhunderts: welche Vorurteile gegenüber Juden quer durch alle Bevölkerungsschichten herrschten, aber auch: mit welchen Mitteln - argumentativ, exemplarisch, metaphorisch - aufklärerische Köpfe dagegen anzugehen versuchten.

Der Reisende Lisette und Martin Krumm Der Baron und der Reisende Das Fräulein

"...Das zweite Lustspiel, welches man in dem vierten Teile finden wird, heißt 'Die Juden'. Es war das Resultat einer sehr ernsthaften Betrachtung über die schimpfliche Unterdrückung, in welcher ein Volk seufzen muß, das ein Christ, sollte ich meinen, nicht ohne eine Art von Ehrerbietung betrachten kann. Aus ihm, dachte ich, sind ehedem soviel Helden und Propheten aufgestanden, und jetzo zweifelt man, ob ein ehrlicher Mann unter ihm anzutreffen sei?
Meine Lust zum Theater war damals so groß, daß sich alles, was mir in den Kopf kam, in eine Komödie verwandelte. Ich bekam also gar bald den Einfall, zu versuchen, was es für eine Wirkung auf der Bühne haben werde, wenn man dem Volke die Tugend da zeigte, wo es sie ganz und gar nicht vermutet. Ich bin begierig mein Urteil zu hören..."

Lessing, aus der Vorrede zu den Schriften, Dritter und Vierter Teil (1754)


Es spielen:

Martin Krumm Dirk Brenker
Michel Stich Günter Klempau-Froning
Der Reisende Uli Keip
Christoph, sein Bedienter Karl-Heinz Kreuels
Der Baron Reinhard Klostermann
Das Fräulein, seine Tochter Anne Tysiak
Lisette Nicola van Os
   
Regie André Becker
Aufführungsort CVJM-Haus, Sonntagstr. 24
Wichlinghausen
Datum Donnerstag, 20. März 2003, 20.00 Uhr
Samstag, 22. März 2003, 20.30 Uhr
Aufführungen 2002 Forum Maximum im Rex, Elberfeld
Kleiner Saal
  Dienstag, 18. Juni 2002
Freitag, 5. Juli 2002
jeweils 19.30 Uhr
Eintritt EUR 5,-

 

Stand:
04.10.2004
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